Projekte aus dem Sportunterricht

Sportklasse lädt ehemalige Schülerin Tatjana Schilling ein

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So stand es in der WLZ:

Weltmeisterlicher Besuch im Gymnasium

Leichtathletin Tatjana Schilling zu Gast in der ALS-Akademie - Achtklässler mit vielen Fragen

Korbach. Inmitten von vielen kleinen und großen Sportlern, den Sportklassen und Leistungskursen Sport der ALS, stand die ehemalige ALS-Schülerin Tatjana Schilling den Schülern der Sportklasse 8 Rede und Antwort. Diese hatten mit Schulsportleiterin Heike Chrobacsinsky die Veranstaltung gemeinsam vorbereitet.

Sehr überrascht waren sie von der Vielseitigkeit der bekannten Sportlerin, die nicht nur mehrfache deutsche Meisterin und Weltmeisterin in der Leichtathletik ist, sondern auch viele Erfolge im Fechten und im Fußball erzielte. So spielte sie früher drei Jahre in der Bundesliga Fußball.

Für ihre heutigen Erfolge stellte Tatjana Schilling ihre mentale Stärke in den Vordergrund. Sie sei selber bereit, im Training und in Wettkämpfen immer noch ein bisschen mehr als eigentlich möglich zu geben.

Die Schüler erfuhren Details über Trainingsvorbereitungen und weitere sportliche Ziele, aber auch über andere Interessen wie Schillings Engagement im Korbacher Tierheim.

Auch diese Veranstaltung im Rahmen der ALS-Akademie, in der ehemalige Schüler berichten, stellte eine Bereicherung des Schulalltags dar und die Schüler begegneten ihrem weltmeisterlichen Besuch mit vielen Fragen.

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Die Kombination eines achtwöchigen Kraft- und Ausdauertrainings im Schulsport – Eine Analyse von Reihenfolgeeffekten

Vorstellung der durchgeführten Studie an der Alten Landesschule Korbach:

Nach aktuellem wissenschaftlichen Erkenntnisstand und hinreichender pädagogischer Legitimation durch den Lehrplan stellt sich heutzutage nicht mehr die Frage, ob ein Kraft- und Ausdauertraining als Unterrichtsgegenstand im Sportunterricht gerechtfertigt ist. Vielmehr muss geklärt werden, inwiefern eine Umsetzung dieser Trainingsschwerpunkte für die jeweiligen Altersstufen konkretisiert werden sollte. Als zentrale Ziele des Kraft- und Ausdauertrainings im Kindes- und Jugendalter sind neben der prophylaktischen Wirkung vor Haltungsschwächen und –schäden sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Unterstützung von reifungs- und wachstumsbedingten Entwicklungsprozessen zu nennen. Darüber hinaus bilden diese beiden konditionellen Fähigkeiten die Basis für die weitere sportliche Leistungsentwicklung. Bisherige Studien konnten die Wirksamkeit von Kraft- und Ausdauertrainingsmaßnahmen unter schulischen Bedingungen belegen, dabei erfolgte jedoch ausschließlich eine Konzentration auf einen der beiden konditionellen Bereiche. Eine Kombination beider Aspekte im Sportunterricht fand bisher noch keine Beachtung. 

Basierend auf diesen Überlegungen bin ich im Rahmen meiner Abschlussarbeit für mein Lehramtsstudium an der Georg-August-Universität Göttingen der Fragestellung nachgegangen, ob die Kombination eines Kraft- und Ausdauertrainings im Sportunterrich zu Leistungssteigerungen in beiden konditionellen Fähigkeitsbereichen führt und ob des Weiteren unterschiedliche zeitliche Reihenfolgen eines solchen Trainings zu divergierenden Ergebnissen führen. Die Forschungslage in diesem Bereich präsentiert sich bisher nur sehr rudimentär, wodurch die nachfolgend vorgestellte Studie als erster Ansatz auf diesem Gebiet zu verstehen ist. 

Um der in der Masterarbeit aufgeworfenen Fragestellung nachzukommen, wurde zum Ende des Schuljahres 2012/13 mit zwei achten Klassen der ALS ein achtwöchiges kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining mit unterschiedlichen zeitlichen Reihenfolgen durchgeführt, wobei wöchentlich jeweils eine Doppelstunde für das Training zur Verfügung stand. Die sogenannte Block-Klasse absolvierte zunächst ein vierwöchiges Kraft- und anschließend ein vierwöchiges Ausdauertraining, wohingegen die Kombi-Klasse über einen Zeitraum von acht Wochen ein in jeder Stunde kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining durchführte. Zu Beginn und im Anschluss an den Studienzeitraum wurde ein Eingangs- und Ausgangstest zur Erfassung der Kraft- und Ausdauerwerte der Schüler absolviert. Eine weitere achte Klasse fungierte als Kontrollklasse und nahm nur am Eingangs- und Ausgangstest teil. Damit die Vergleichbarkeit der Testergebnisse sichergestellt werden konnte, blieben die Trainingsinhalte, -methoden und -umfänge der Unterrichtsklassen identisch. Die beiden Trainingsprogramme unterschieden sich allein hinsichtlich der unterschiedlichen Trainingshäufigkeit im Kraft- und Ausdauerbereich. Um im Sportunterricht darüber hinaus eine weitere pädagogische Zielsetzung zu gewährleisten, wurde neben der Leistungssteigerung zudem die Herausbildung einer Trainingskompetenz angestrebt. Diese Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, sich selbst nach dem subjektiven Belastungsempfinden trainieren zu können. 

Inhaltlich wurde das Krafttraining nach dem Zirkelprinzip mit wechselnden Übungen, Geräten und Sozialformen als Kraftausdauertraining konzipiert, das Ausdauertraining setzte sich aus ausdauerorientierten Spielformen und Laufeinheiten nach der Dauer- und extensiven Intervallmethode zusammen.

Es wurden zwei Hypothesen formuliert, welche anschließend einer wissenschaftlich-empirischen Überprüfung unterzogen wurden. Es wurde angenommen, dass sich erstens die Schüler der Kombi-Klasse aufgrund der höheren Trainingshäufigkeit beider konditioneller Bereiche in einem höheren Maße steigern können als die Schüler der Block-Klasse und zweitens zuvor leistungsschwächere Schüler von einem solchen Training in einem größeren Ausmaß profitieren als leistungsstärkere Schüler. 

Die aufgestellten Hypothesen konnten durch die wissenschaftliche Auswertung (mehrfaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung und lineare Regressionsanalyse) allerdings nur ansatzweise belegt werden. Die geringen Fallzahlen lassen eine statistisch sichere Argumentation nur bedingt zu, deuten jedoch auf einige erfreuliche Erkenntnisse hin. Die Kombi-Klasse erzielt sowohl in den Kraftparametern als auch im Ausdauertest die deutlichsten Steigerungen, auch wenn statistisch signifikante Zusammenhänge nur im Ausdauerbereich verzeichnet werden können. Entgegen der eingangs aufgestellten Vermutung profitieren die leistungsschwächeren Schüler allerdings nicht in einem höheren Maße von dem Training als leistungsstärkere Schüler. Anhand der Ergebnisse kann somit resümiert werden, dass ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining im Sportunterricht durchaus umsetzbar und effektiv ist. Hinsichtlich der zu bevorzugenden Reihenfolge deuten die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass ein in jeder Stunde kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining aufgrund der höheren Trainingshäufigkeit beider konditioneller Bereiche einem in kürzeren Blöcken absolvierten Training überlegen zu sein scheint. Eine abschließende Befragung der Schülerinnen und Schüler beider Unterrichtsklassen ergab zudem, dass das kombinierte Training durch seine höhere Abwechslung und den geringeren Grad an Monotonie positiver bewertet wird und den Schülern mehr Freude bereitet hat. Diese Einstellungsvorteile sprechen zudem für die Bevorzugung des kombinierten Trainings im Sportunterricht. 

Die Ergebnisse aus der durchgeführten Studie weisen darauf hin, dass ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining durchaus sinnvoll und effektiv in den Schulsport integriert werden kann, sofern neben der Leistungsmaximierung noch weitere pädagogische Ziele, wie die Herausbildung der Fähigkeit, sich selbst trainieren zu können, in das Unterrichtsgeschehen integriert werden. Da sowohl das Kraft- als auch das Ausdauertraining als verpflichtende Unterrichtsinhalte durch den Lehrplan vorgegeben werden, bietet die Kombination beider Bereiche Schülern und Lehrern den Vorteil, nachweisbare Trainingsfortschritte und Leistungssteigerungen in beiden Bereichen durch ein abwechslungsreiches Training über einen längeren Zeitraum zu erzielen.

Ich bedanke mich bei der Schulleistung der Alten Landesschule Korbach für die Bewilligung des Untersuchungsvorhabens und bei Frau Chrobacsinsky für die Hilfe bei der zeitlichen Organisation. Zudem gilt mein herzlicher Dank Herrn Zindel und Herrn Dr. Vahl als Fachlehrer der jeweiligen Klassen sowie insbesondere den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern der achten Klassen, ohne die die Umsetzung meiner Studie nicht möglich gewesen wäre.

Text: Jennifer Kiel

„Sport-LK meets Sportklasse“

LKgegenSpKl 6v6

Am letzten Schultag vor den Sommerferien 2013 besuchte der Sport-LK 11 die Sportklasse 6 in den ersten beiden Stunden vor der Zeugnisausgabe. Die Idee, gemeinsam zu frühstücken und anschließend mit- bzw. gegeneinander Sport zu treiben, stammte von einzelnen Schüler/innen aus der Sportklasse und wurde schnell in die Tat umgesetzt: Der Sport-LK erhielt eine handgeschriebene Einladung zu diesem Event. Ein Raunen ging durch den Sportkurs, als sie die selbstbewussten Zeilen der „Kleinen“ lasen: „… Im Anschluss würden wir euch gerne im Fußball oder Handball schlagen…“. Sehr gern nahm der Sport-LK die Einladung an. Nach einem guten Frühstück, für das jeder aus der Sportklasse etwas beigesteuert hatte, ging es gemeinsam auf den Hartplatz. Der Sport-LK staunte, wie ehrgeizig und talentiert die jungen Sportler/innen waren. Im Handball wurden einige unhaltbare Tore erzielt. Im Fußball gewann die Sportklasse sogar gegen den Sport-LK, wobei ungefähr doppelt so viele Sechstklässler als Elftklässler auf dem Platz standen. Insgesamt war dies ein toller Schuljahresabschluss für alle Sportler/innen und sollte unbedingt wiederholt werden!!!

LKgegenSpKl 1v6  LKgegenSpKl 2v6 
  LKgegenSpKl 4v6
LKgegenSpKl 5v6 LKgegenSpKl 3v6

Text & Fotos: Diana Richter

 

Jan-Martin Speer kehrt nach 5 Jahren zur ALS an seine alte Schule zurückJanSpeer2102012

„Hallo, ich bin der Jan und ich habe mich riesig gefreut, mal wieder hierher kommen zu dürfen." Mit diesen Worten stellte sich Jan-Martin Speer am Freitag, den 05.10.2012 an der Alten Landesschule im Rahmen der ALS-Akademie vor. Er hatte hier im Jahr 2007 sein Abitur abgelegt – und kehrte nun als Olympia-Kandidat im Bobsport zurück, um vor allem den Schülern der Sporttheoriekurse von seinem Werdegang zu erzählen.

Der Sport-Leistungskurs von Diana Richter (Jahrgangsstufe 11) stimmte mit einem Film über die Höhepunkte in Speers bisheriger Karriere das Plenum auf den Wirmighäuser ein. Dann stellte sich der Junioren-Weltmeister und Vierte der Jan3Senioren-WM von 2011 im Viererbob den Fragen von Carolin Schlüter, Niclas Hildebrand, Marie Pohlmann, Max Hering und Gina Knippschild.

Wie so oft bei großen Sportlern führte der Zufall in seiner Karriere Regie. Speer, ein Leichtathlet im Haus Leichtathletik-begeisterter Eltern, erhielt im Wintertraining von einem Freund das Angebot, mit ihm auf der Bahn in Winterberg ein Probetraining im Bob zu absolvieren. Er habe spontan zugesagt, erzählte Speer. Und am Tag nach der Verabschiedung als frischgebackener Abiturient stellte er sich in Winterberg vor.

Leichtathleten sind, sofern sie nicht gerade zur Zunft der Langläufer gehören, begehrt als Anschieber im Bobsport: Sie verfügen meist über Dynamik, Technik, Schnelligkeit und Kraft. Speer ist so ein Typ, ein echtes Kraftpaket. Nach den ersten Übungseinheiten hatte es ihn gepackt. Am Anfang zweifelte er auch mal, klar. Als er im Winter die ersten Fahrten im Eiskanal hinter sich hatte, habe er gedacht: „Oh Jan, was hast du dir jetzt wieder eingebrockt?", erzählte er den Schülern. Der Adrenalin-Kick bei den Schussfahrten, das Hinarbeiten auf die kurze Zeit am Start, in der er seine Leistung abrufen muss, Taktik und Athletik fesselten ihn jedoch so sehr, dass ihn der Sport nicht mehr losließ.Jan1

Klar, es ist eine unwahrscheinliche Belastung, die auf einen wirkt, das Verletzungsrisiko auf der glatten Bahn ist sehr hoch", sagte er. Bob fahren erfordert Mut, die Liebe zum Nervenkitzel und Angstfreiheit, berichtete Speer. Die wichtigste Tugend aber ist vielleicht die Disziplin. Sechs Tage Training die Woche sind üblich. Jan-Martin Speer befolgt seinen Trainingsplan eisern – schließlich ist der Konkurrenzkampf um die drei Plätze hinter dem Piloten beinhart.Jan4

Seine bisher größten Erfolge feierte er im Winter 2010/11 im großen Schlitten des Oberhofers Maximilian Arndt. Mit ihm gelang ihm in der letzten Saison auch sein erster Sieg in einem Weltcup-Rennen im Bob Deutschland 2. Die Renn-Wochenenden sind hart. Die Läufe von manchmal nur gut einer Minute brauchen bis zu fünf Stunden Vorbereitung – die Bremser und ihr Pilot schleppen den 210kg schweren Bob zum Beispiel selbst. Aufwärmen bei Temperaturen, die schon mal bei – 25oC liegen, und auch die mentale Vorbereitung auf fünf Sekunden extreme Beanspruchung kosten Kraft. „Die Wettkampfzeit ist immer extrem anstrengend, es ist stressig und die Belastung natürlich hoch, aber wenn die Zeit es erlaubt, gehen wir natürlich auch gerne den ein oder anderen Sieg gemäßigt feiern", erzählte Speer schmunzelnd. Dass im Winter kaum Zeit für Freunde und Familie bleibt, liegt auf der Hand. Umso mehr genießt es Jan-Martin Speer, wenn er ein paar Tage mit Freunden oder der Familie verbringen kann.

Während er noch von seinen Zielen erzählte – der kommende Weltcup, die WM in St. Moritz, Olympia 2014 Sotschi, sein Lehramtsstudium abschließen – gingen seine Rennanzüge und Schuhe durch die Reihen, ein Weltcuppokal und Zeitungsartikel waren auf der Bühne ausgebreitet. Organisatorin Heike Chrobacsinsky fasst den Auftritt des ehemaligen ALS-Schülers so zusammen: „Von der ALS in die Welt. Ich glaube, es ist eine ganz tolle Erfahrung zu sehen, was man werden kann, wenn man es nur wirklich will."

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Von Nicole Schäfer